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1.
"Ist ISPO nicht so eine Art Weltregierung? Falls ja, klingt das doch ziemlich
'von oben nach unten dirigiert' und drakonisch."
ISPO selbst hat nur zwei Hauptfunktionen:
eine Kampagne für die Annahme von SP durchzuführen und den Prozess
der Formulierung der politischen SP-Maßnahmen einfacher zu machen.
Da ISPO weder eine politische Partei noch eine Regierung ist, handelt es
sich auch nicht um eine "Weltregierung". Da jedoch SP von allen Nationen
simultan durchgeführt werden soll, könnte man sie als eine Art
Regierungsform
der Welt (im Gegensatz zu "Regierung") bezeichnen. Dies bedeutet, eine
globale Regierungsform wird durch Konsensus aller Nationen erreicht, die
(durch Annahme von SP) den Wünschen ihres jeweiligen Volkes entsprechend
handeln und NICHT durch eine alles umspannende globale Institution, die
gewählt sein mag oder auch nicht. In der Tat ist SP dazu angelegt,
Nationalregierungen die Möglichkeit zu geben, dringende und notwendige
politische Zielsetzungen in die Tat umzusetzen, an deren Umsetzung sie
heute durch die Drohung der Flucht von Kapital und Kapitalgesellschaften
gehindert werden.
In einer Hinsicht ist SP "von
oben nach unten dirigiert", weil ihre Maßnahmen von allen Nationen
simultan, d.h. auf globaler Basis durchgeführt würden. Doch um
"von oben nach unten" ging es bei Demokratie schon immer: politische Zielsetzungen,
die "vom Volk" - von unten - entworfen und von seiner gewählten Regierung
"für das Volk" - von oben - durchgeführt wurden. Darum geht es
bei einer demokratischen Regierungsform, und das ist es, was SP
zu erreichen sucht.
2.
"Aber ist die simultane, internationale Durchführung bestimmter politischer
Zielsetzungen nicht das, was internationale Verträge bereits beabsichtigen?
Was ist an Simultanpolitik anders?"
Es gibt drei Hauptunterschiede
zwischen SP und dem Abschluss traditioneller internationaler Verträge:
Erstens setzen traditionelle
internationale Vertragsabschlüsse voraus, dass es, sobald ein Vertrag
abgeschlossen ist, den beteiligten Nationen völlig frei steht, seine
Vorschriften umzusetzen. In der augenblicklichen wettbewerbsorientierten
Umgebung sehen sich Regierungen jedoch nach ihrer Rückkehr von einem
Vertragsgipfel den Problemen der Wettbewerbsfähigkeit ausgesetzt.
Beim Kyoto-Protokoll beispielsweise bestand das Risiko, dass die zur Emissionsreduzierung
notwendigen 'grünen' Steuern die Industrie der Nationen, die diese
Steuern einführten, wettbewerbsunfähig machte und damit riskierte,
dass Arbeitsplätze (und Stimmen) verloren gingen. Folglich besteht
die Befürchtung der Wettbewerbsunfähigkeit weiter und diese Steuern
werden unvermeidlicherweise verwässert, so dass die vollständigen
Vertragsbestimmungen unerfüllt bleiben. Darum werden selbst die sehr
bescheidenen international vereinbarten Ziele der Emissionsverringerung
und andere ähnliche Ziele ständig verfehlt .
SP würde statt dessen
globales Kapital und transnationale Kapitalgesellschaften re-regulieren
und damit die Kräfte ausschalten, die derzeit jede Regierung befürchten
lassen, dass die vollständige und ordnungsgemäße Einführung
der notwendigen Steuern und Maßnahmen zu mangelnder Wettbewerbsfähigkeit
und Arbeitsplatzverlusten führen wird. Sobald SP-Maßnahmen zur
Re-regulierung von globalem Kapital, Steueroasen und transnationalen Kapitalgesellschaften
eingeführt sind, könnten Verträge wie etwa das Kyoto-Protokoll
zum ersten Mal tatsächlich vollständig durchgeführt werden!
Zweitens tendieren die meisten
der heutigen internationalen Verträge dazu, aus einer Übereinstimmung
von ZIELEN zu bestehen und die MITTEL zu ihrer Erreichung der Entscheidung
der beteiligten Nationen zu überlassen. Die zugrunde liegende Furcht
vor mangelnder Wettbewerbsfähigkeit bleibt daher bestehen, da - obgleich
viele Länder solche Steuern einführen sollten, um die vereinbarten
Ziele etwa um die gleiche Zeit zu erreichen - zwischen ihnen kein detailliertes
Abkommen über den genauen Zeitablauf besteht oder welche Industrien
in welchem Umfang betroffen sein werden. Im Gegensatz hierzu könnten
bei SP SPEZIFISCHE Industrien, Produkte oder Steuern als Teil von SP identifiziert
werden, nachdem die wahrscheinliche Wirkung auf die Wettbewerbsfähigkeit
jeder Nation beurteilt und sie notwendigenfalls ALS TEIL des Abkommens
dafür entschädigt wurde.
Und schließlich - das
Wichtigste - werden internationale Verträge von REGIERUNGEN eingeleitet,
und NICHT von der Zivilgesellschaft. (Bestenfalls wird die Zivilgesellschaft
vielleicht aufgefordert, einen Vertrag mittels Referendum zu ratifizieren).
Man könnte daher sagen, dass im Fall von konventionellen Vertragsabschlüssen
"Regierungen die Zivilgesellschaft führen". Wenn jedoch ein Land bei
weitem das Mächtigste der Welt ist, wie dies die USA sind, so besteht
für dessen Regierung absolut kein Zwang zur Kooperation bei Verträgen
oder Abkommen, die auf irgend eine Weise seine Macht, Handlungsfreiheit
oder seinen Lebensstil, usw. reduzieren oder beeinträchtigen könnten.
Dies ist im Wesentlichen der Grund, weshalb die USA in Bezug auf das Kyoto-Protokoll,
das Internationale Strafgericht oder die meisten anderen derartigen Verträge
nicht "mitspielen", denn sie betrachten sie als eine Bedrohung ihrer dominierenden
Wirtschaftsposition. (Und, seien wir offen , wenn sich ein anderes Land
in der gleichen Lage befände wie die USA, wäre seine Haltung
dann anders?). Wenn ein Land eine dominierende Stellung inne hat, befinden
wir uns daher in einer Sackgasse; die Fähigkeit von Regierungen zur
Führung dieses Prozesses wird dadurch praktisch nutzlos gemacht, denn
ohne die Beteiligung der dominierenden Regierung kann nichts Nützliches
erreicht werden.
SP ist anders, denn sie erlaubt
den Mitgliedern der Zivilgesellschaft, durch Annahme von SP nicht
nur eine Beteiligung an der Formulierung des "Vertrags" (d.h. der SP-Maßnahmen)
selbst, sondern - weil die Annahme von SP eine Verpflichtung seitens der
Annehmenden, darstellt, wem sie in zukünftigen Wahlen ihre Stimme
geben werden - versetzt sie auch in die Lage, auf Politiker intensiv Druck
auszuüben, dass sie kooperieren (d.h. sie unter Druck zu setzen, SP
anzunehmen). Mit anderen Worten: mit SP besitzt die Zivilgesellschaft
das Potenzial, Regierungen zu lenken, und nicht umgekehrt. Und diese
Anwendung von SPs neuer Form des Wählerdrucks durch die Bürger
- besonders diejenigen der USA - ist daher potenziell in der Lage, die
US-Regierung zur Kooperation zu veranlassen und damit die gegenwärtige
Sackgasse der US-Dominanz aufzubrechen.
3.
"Aber was ist mit dem Kyoto-Protokoll? Es wurde auch ohne die USA beschlossen,
warum brauchen wir dann ALLE Nationen, um solche Abkommen simultan durchzuführen?"
Der Hauptgrund, weshalb das
Kyoto-Protokoll auch ohne Beteiligung der USA seinen Fortgang nahm, war,
dass die gegenwärtigen Vertragsvorschriften so gemäßigt
sind. Der wahrscheinliche Verlust an Wettbewerbsvorteil, den die Nationen
möglicherweise erleiden werden, die das Protokoll durchführen,
ist als solcher daher verglichen mit den Vereinigten Staaten wahrscheinlich
nicht sehr signifikant. Würden die Protokollvorschriften jedoc sehr
viel strengere Emissionsreduzierungen fordern, die notwendig wären,
um eine wirklich signifikante Auswirkung auf die Erderwärmung zu erreichen
- so würde man bald feststellen, dass keine größere Nation
zur Durchführung bereit wäre, falls nicht alle das Gleiche tun
würden; denn die signifikanten zusätzlichen Kosten, die ihre
Industrien im Vergleich mit denjenigen der nicht beteiligten Länder
zu tragen hätten, wären in wirtschaftlicher Hinsicht nicht tragbar:
der Wettbewerbsnachteil wäre einfach zu groß. Wollen wir also
internationale Abkommen, die eine wirklich signifikante Auswirkung
auf Umweltprobleme haben, zu deren Lösung sie gedacht sind, werden
wir diese nicht bekommen, so lange nicht alle oder praktisch alle Nationen
sie gleichzeitig durchführen. Daher die dringende Notwendigkeit für
SP!
Vorstehende Denkweise ist
auch in Bezug auf viele sonstigen internationalen Initiativen relevant.
Nehmen wir die Tobin-Steuer beispielsweise. Eine derartige grenzüberschreitende
Steuer könnte, sagen Einige, einseitig von einer beschränkten
Gruppe von Nationen - sagen wir diejenigen der Europäischen Union
- eingeführt werden. Dies mag sein. Doch die Wirksamkeit der
Steuer hängt davon ab, wie hoch sie ist. Um wirklich effektiv zu sein,
muss der Steuersatz relativ hoch sein. Doch je höher die Steuer, je
stärker der Anreiz für Händler, ihre Unternehmungen zwecks
Vermeidung außerhalb der Länder, die diese Steuer einführen,
zu verlegen. Sollte die Europäische Union jemals die Tobin-Steuer
einseitig einführen, ist folglich wahrscheinlich, dass sie derart
gemäßigter und unbedeutender Natur ist, dass sie wenig oder
nichts dazu beitragen wird, die Spekulation in Fremdwährungen abflauen
zu lassen. Es ist diese Logik, die zeigen sollte, dass das, was zur Sicherung
unserer g lobalen Zukunft notwendig ist, die Einführung robuster Steuern
und Maßnahmen seitens aller oder praktisch aller Nationen ist und
diese wirklich signifikante Wirkung haben müssen. Daher die Notwendigkeit
für SP.
4.
"Aber ist es denn wirklich notwendig, ALLE Nationen zur Annahme von SP
zu bewegen, ehe ihre Durchführung eingeleitet werden kann? Das wird
doch sicher nie passieren."
Nein, es ist nicht unbedingt
notwendig. Das SP-Kriterium "alle, oder praktisch alle Nationen" sollte
nicht als festgeschriebene Bedingung verstanden werden, sondern eher als
eine Strategie zum Aufbau eines Konsensus, ein Weg zur Beseitigung
wesentlicher Einwände und um Menschen, Organisationen und Regierungen
zum "Ja" anstatt "Nein" Sagen zu solchen politischen Zielsetzungen zu bewegen.
Nehmen Sie die Einführung
der Tobin-Steuer. Es herrscht eine große Debatte, ob sie in der Praxis
in Europa alleine sicher eingeführt werden könnte oder ob die
USA und andere Nationen mit bedeutenden Finanzzentren mit einbezogen werden
müssten. Diese Debatten drehen sich jedoch im Kreis und nichts wird
getan, weil keine sichere Basis zu einer Zusammenarbeit bei der Durchführung
dieses Vorschlags besteht. Daher wird einfach nur die Frage an eine Regierung:
"Werden Sie die Tobin-Steuer unterstützen?" wahrscheinlich eine negative
Antwort erhalten. Wird andererseits jedoch gefragt: "Werden Sie die Tobin-Steuer
auf der Basis unterstützen, dass alle oder praktische alle Nationen
sie simultan einführen?" werden alle vorherigen wesentlichen Einwände
verschwinden und die Chance, dass die Antwort "Ja" lauten könnte,
wird sehr viel besser sein. Und je mehr Nationen Ja sagen, je mehr wächst
der moralische Druck und der Druck der öffentlichen Meinung auf die
Restlichen. Das ist daher die SP-Strategie: der Aufbau eines ausreichenden
Konsensus zur Durchführung aller notwendigen politischen Maßnahmen,
die eine Auswirkung auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit haben.
ISPO gruppiert mit SP einfach nur all diese politischen Zielsetzungen "unter
einem Dach".
5.
"Aber wäre es nicht praktisch unmöglich, alle Nationen dazu zu
bringen, sich auf gemeinsame politische Ziele zu einigen, wenn sie besonders
im letzten Moment der Verhandlungen ihre Position dauernd ändern würden?"
Vergessen Sie nicht, dass
die SP-Maßnahmen von den Zivilgesellschaften der ganzen Welt
entworfen und beschlossen werden - nicht von politischen Parteien, Regierungen
oder nicht rechenschaftspflichtigen globalen Institutionen. Zwar können
Organisationen, politische Parteien und Regierungen SP symbolisch annehmen,
es ist jedoch nur die Annahme des einzelnen Menschen, die wirklich zählt.
Daher bedeutet Ihre Annahme von SP Ihre persönliche Verpflichtung,
wie sie bei zukünftigen Wahlen ihre Stimme abgeben werden. Und Organisationen
haben keine Stimme, nur der einzelne Mensch. Die Kontrolle des politischen
Inhalts von SP liegt daher fest in den Händen der Bürger, die
SP annehmen.
Man sollte sich also daran
erinnern, dass politische Parteien und Regierungen in vielen Fällen
SP nicht aus eigenem Entschluss annehmen; sie tun es, weil ihr Wahlerfolg
davon abhängig geworden ist. Denn wenn sie SP nicht annehmen, werden
Wähler für einen anderen Politiker stimmen, der es getan hat.
Organe wie politische Parteien oder Regierungen haben daher keine Möglichkeit
"ihre Position zu ändern" oder zu "feilschen". Sie nehmen infolge
des Wahldrucks einzelner Menschen, die SP angenommen haben, entweder an
oder nicht - so einfach ist das.
Weiterhin ist wichtig, SP
als einen fortschreitenden Prozess vor dem Hintergrund einer Welt zu sehen,
die sich stetig auf eine Katastrophe zu bewegt. Wenn sich die Menschen
überall - auch Geschäftsleute und Politiker - zunehmend bewusst
werden, dass das Wasser uns schon bald über den Kopf steigen wird,
wird der Druck nach Abkommen und Kooperation unter den Nationen gleichermaßen
zunehmend intensiv werden. Erderwärmung, Terrorismus, der wachsende
Abstand zwischen Reich und Arm, und so weiter sind alles Beweise für
diesen "Wasseranstieg". SP bietet Bürgern und Nationen einen friedlichen
Weg, die Oberfläche zu erreichen. Und mit der zunehmenden Annahme
von SP in immer mehr Ländern wird der Gedanke, dass eine Nation von
den SP-Bedingungen abweichen könnte, praktisch undenkbar geworden
sein. Denken Sie Erstens daran, dass Politiker SP nur angenommen haben,
weil ihr Wahlerfolg davon abhängig sein wird. Sollten sie daher in
Bezug auf SP ihr Verspechen nicht halten, w ürde dies die Wähler
lediglich dazu bewegen, bei den nächsten Wahlen für einen anderen
Kandidaten zu stimmen. Das Versprechen nicht zu halten, wäre daher
völlig unlogisch und vergleichbar mit politischem Selbstmord. Zweitens
würden mit zunehmender Annahme von SP durch mehr und mehr Nationen,
diejenigen, die sich einer Annahme widersetzen unter immer stärkeren
internationalen Druck geraten (wozu möglicherweise wirtschaftliche
Sanktionen oder ein Boykott gehören könnten). Und schließlich
macht die schlechter werdende globale Situation zunehmend klar, dass jede
Nation durch Kooperation bei der Einführung von SP sehr viel mehr
zu gewinnen hat, als durch Widerstand. Bis dahin wäre daher der Gedanke,
bei der Durchführung von SP NICHT zu kooperieren, ebenso undenkbar
geworden, wie der Gedanke, dass Nationen NICHT im Wettbewerb miteinander
stehen könnten, dies heute ist!
6.
"Auf Ihrer Website listen Sie eine ganze Reihe politischer Maßnahmen
auf. Was ist jedoch, wenn ich sie nicht für sehr angemessen halte
oder andere Ideen vorbringen möchte? Sind die SP-Maßnahmen völlig
festgeschrieben? Oder habe ich ein Mitspracherecht?"
Ja, Sie haben ein Mitspracherecht
und es ist wichtig, daran zu denken, dass die auf unserer Website aufgelisteten
Maßnahmen nur Ideen oder Beispiele dafür sind, wie SP aussehen
könnte. Wenn Sie daher SP annehmen, tun Sie es nur vorläufig,
da SPs Maßnahmen noch nicht festgelegt sind. Wenn Sie SP annehmen,
sichern Sie sich in der Tat auch das Recht, sich - wenn Sie möchten
- an der Formulierung der SP-Maßnahmen zu beteiligen. Weitere Einzelheiten,
wie Sie teilnehmen können, werden nachstehend erklärt oder stehen
von ISPO zur Verfügung. Wenn Sie JETZT kommentieren möchten,
können Sie dies über unsere Ihre
Ideen-Seite tun. Es handelt sich folglich um einen völlig flexiblen,
demokratischen Prozess. Und wenn Sie die sich ergebenden Maßnahmen
zu irgend einem Zeitpunkt nicht mögen oder sonst ein Problem mit SP
oder ISPO haben, steht es Ihnen jederzeit frei, ihre Annahme zurückzuz
iehen.
7.
"Wenn also SPs politische Maßnahmen noch definiert werden müssen
und die Annahme von SP daher nur vorläufig ist, wie erlaubt es uns
dann die vorläufige Annahme von SP, in irgend einer Weise eine Wirkung
zu erreichen?"
Bürger eines Wahlbezirks,
die SP vorläufig annehmen, verpflichten sich immer noch, bei zukünftigen
Wahlen (innerhalb eines vernünftigen Rahmens) für DEN Politiker
oder DIE Partei zu stimmen, der/die ebenfalls SP vorläufig annimmt.
Hierdurch und durch die Publizierung ihrer Annahme mit Hilfe von Aufklebern
in Autos und Fenstern, usw. machen sie Politiker auf die Notwendigkeit
aufmerksam, sowohl vor als auch während der Wahlen SP zu berücksichtigen.
Und die zunehmende Anzahl
Menschen, die SP vorläufig annehmen, wird mit Sicherheit in den Köpfen
der Politiker Unsicherheit entstehen lassen, ob in ihrem Wahlkreis eine
kritische Zahl solcher Menschen zu finden ist oder nicht. Sie wären
daher klug, sich abzusichern, indem sie selbst SP vorläufig annehmen
und damit vermeiden, kritische Stimmen an Rivalen zu verlieren, die SP
vorläufig angenommen haben könnten, um den SP-Stimmenblock anzuziehen.
Daher wird die Unterstützung
von SP im politischen Engagement von Parlamentsmitgliedern und Kandidaten
eine Rolle zu spielen beginnen. Und je knapper der Wahlkampf gefochten
wird, um so stärker wird auch ihr Bedürfnis sein, SP vorläufig
anzunehmen und ihre Unterstützung für SP-Themen zu beweisen.
Die Annahme von SP ist daher - selbst wenn sie nur vorläufig ist -
nach wie vor ein starkes Mittel zum Aufbau von SPs politischer Schlagkraft.
8.
"In welcher Beziehung stehen die Kampagne zur Annahme von SP und der Prozess
der Formulierung von SP-Maßnahmen zueinander?"
Es ist zu erwarten, dass die
Formulierung der politischen Zielsetzungen langsame Fortschritte macht
und allmählich mit der weitergehenden SP-Kampagne genauer definiert
wird, jedoch wahrscheinlich im Wesentlichen bis zu dem Zeitpunkt vorläufig
bleibt, an dem wir uns einer zwischenstaatlichen Durchführung nähern.
Und es ist zu erwarten, dass die Formulierung der Maßnahmen hinter
der öffentlichen Bewusstseins-Kampagne zur Förderung der vorläufigen
SP-Annahme durch Einzelpersonen und Organisationen weltweit her hinkt.
Doch diese beiden Prozesse
reagieren in einer Art von Dialog auf einander. Je schneller sich der Annahmeprozess
verstärkt, je früher wird sich ein Datum für eine erreichbare
Durchsetzung abzeichnen. Wenn dies geschieht, wird sich die Kampagne zunehmend
auf Definition und Aushandeln der politischen Zielsetzungen konzentrieren.
9.
"Welche Organisationsstruktur sieht ISPO auf nationaler und lokaler Ebene
vor, um die Ziele der Organisation zu erreichen?"
Das SP-Projekt beruht auf
dem Konzept der Nationalstaaten und wie sich ihre Zusammenarbeit erreichen
lässt. SP-Organisationen werden daher so weit wie möglich in
jedem Land der Welt als Nationale Simultanpolitik-Organisationen (NSPOs)
eingerichtet.
Ihre Struktur wird in jedem
einzelnen Fall den doppelten Prozess der Formulierung politischer Zielsetzungen
und vorläufiger Annahme reflektieren. Und - vorbehaltlich der internen
Zustimmung durch die NSPOs - in jedem einzelstaatlichen Wahlbezirk werden
lokale SP-Gruppen gebildet.
Zur Zeit werden Vorbereitungen
für die Gründung der ersten NSPO (SP-UK) als gemeinnützige,
demokratisch organisierte und auf Mitgliedschaft beruhende Organisation
getroffen, mit Gremien für Treuhänder, Management und Vertreter
der politischen Zielsetzungen, die durch regionale und lokale Koordinatoren
unterstützt werden.
10.
"Welche Organisationsstruktur ist für ISPO auf globaler Ebene vorgesehen?"
Die Form und Struktur der
International Simultaneous Policy Organisation (ISPO) auf globaler Ebene
existiert zur Zeit auf der Basis des E-mail Austauschs durch informelle
Konsensvereinbarungen zwischen freiwillig Beteiligten.
Nachdem die Organisation zu
gegebener Zeit jedoch auf eine formelle Grundlage gestellt wurde, ist zu
erwarten, dass die ISPO bei der Koordinierung der Kampagnemaßnahmen
der NSPOs assistiert und in Verbindung mit NSPOs den Prozess der Formulierung
und Aushandlung politischer SP-Maßnahmen erleichtert. Es ist anzunehmen,
dass der Prozess der Formulierung politischer Zielsetzungen über ein
Globales Maßnahmengremium statt findet, das aus international anerkannten
jedoch unabhängigen sachverständigen Beratern besteht. (Sie müssen
nicht notwendigerweise SP angenommen haben und es wird erwogen, dass die
Arbeit dieses Gremiums zur Optimierung der erforderlichen Sachkenntnis
mittels gegenseitiger Verhandlungen an eine Nicht-Regierungsorganisation
(NRO) delegiert werden könnte, die ISPOs Ziele teilt). Vom Globalen
Maßnahmegremium würde verlangt, SP-Maßnahmen vorzuschlagen
und dabei die Vorschläge einzelner Mitglieder zu berücksichtigen.
Und es würde Abänderungen der ursprünglichen Vorschläge
vermitteln, die in speziellen Fällen, denen alle NSPOs zustimmen müssten,
zur Freistellung bestimmter Nationen oder als Änderungen für
diese Nationen erforderlich sein könnten.
Eine weitere zentrale und
zur Zeit in der Entwicklung befindliche ISPO-Funktion ist, dafür zu
sorgen, dass SP-politische Maßnahmen mittels Einbeziehung der Menschen,
die SP angenommen haben, von unten nach oben entwickelt werden, und zwar
durch einen Austausch zwischen dem Globalen Maßnahmegremium jeder
NSPO, deren nationalem Gremium der Vertreter politischer Zielsetzungen
und den lokalen Koordinatoren. Das Ziel dieser demokratischen Verfahren
ist der Schutz der Rechte (hinsichtlich Ausarbeitung politischer Zielsetzungen)
der Menschen, die SP angenommen haben, als stimmberechtigte Mitglieder
bei den Verfahren ihrer NSPO zur Festlegung politischer Zielsetzungen.
Letztlich wird jedoch die Souveränität einzelner Personen, die
SP angenommen haben, auch durch die Möglichkeit garantiert, ihre Annahme
- sollten sie dies wünschen - zu jeder Zeit zurückzuziehen.
11.
"Aber ist es denn tatsächlich möglich, Maßnahmen zu definieren,
die weltweit nutzbringend angewendet werden könnten?"
Es mag zwar heute schwer sein,
sich solche politischen Zielsetzungen vorzustellen, wir können jedoch
bereits sehen, dass viele Probleme der Weltwirtschaft, der Umwelt und andere
Aspekte des Lebens in ihrer Reichweite wahrhaft global und dazu durch den
destruktiven globalen Wettbewerb noch verschlimmert werden. Wir sehen in
der Tat heute schon Vorschläge für politische Zielsetzungen auftauchen,
die auf globaler, simultaner Durchführung basieren; der offensichtlichste
ist die Tobin-Steuer. Ein weiterer wäre der vor dem Repräsentantenhaus
(HR-2545) vorgebrachte Gesetzgebungsvorschlag der US-Kongressabgeordneten
Eleanor Holmes Norton, der einen Verzicht auf US-Atomwaffen fordert, wenn
alle Atomstaaten das Gleiche tun. Was die zukünftige Regulierung
transnationaler Kapitalgesellschaften anbetrifft, so lässt sich doch
sicher nur schwer sehen, wie jegliche signifikante Regulierung überhaupt
auf anderer als globaler Basis und simultan durchgeführt werden
könnte.& nbsp;
Während der globale Wettbewerb
zunehmend intensiver wird, können also derartige global nutzbringenden
politischen Zielsetzungen existieren und beginnen sich bereits abzuzeichnen.
Es ist ISPOs Funktion, sie mit Hilfe der Menschen, die SP angenommen haben,
der NROs und unabhängiger Sachverständiger zu definieren und
weiter zu entwickeln, während die SP-Kampagne ihren Fortgang nimmt.
12.
"Sie sagen, SP kann nur dann durchgeführt werden, wenn alle Nationen
sie angenommen haben. Aber würde das nicht bedeuten, dass Regierungen
SP als Ausrede benutzen könnten, um die notwendige Einführung
von Umweltschutzgesetzen zu hinauszuschieben?"
Keineswegs - das Gegenteil
ist eigentlich wahrscheinlicher, denn was SP erlaubt, ist eine Art Aussortieren
von zwei fundamental verschiedenen Arten der Politik.
Als Erstes gibt es politische
Zielsetzungen, die, falls einseitig von einer einzigen Nation oder Gruppe
von Nationen durchgeführt, wahrscheinlich generell eine POSITIVE Auswirkung
auf die Wettbewerbsfähigkeit dieser Nation/en haben würden. Dies
sind offensichtlich diejenigen, die einseitig durchgeführt werden
KÖNNEN und wären daher in jedem Fall NICHT Bestandteil der SP.
Nationen, die solche politischen Zielsetzungen in Betracht ziehen, werden
sie offensichtlich so bald wie möglich durchführen wollen. Denn
schließlich - wenn sie es nicht täten - würden sie ihren
Wettbewerbsvorteil VERLIEREN!
Als Zweites gibt es politische
Zielsetzungen, die, falls einseitig von einer einzigen Nation oder Gruppe
von Nationen durchgeführt, wahrscheinlich generell eine NEGATIVE Auswirkung
auf Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung, Kapitalmärkte,
usw. haben würden. Diese können NUR von allen (oder praktisch
allen) Nationen simultan durchgeführt werden und wären daher
in SP mit einbezogen.
Dieser Unterschied zwischen
zwei Arten politischer Zielsetzungen lässt sie sich daher gegenseitig
verstärken, gibt Regierungen und denjenigen, die sich an der Kampagne
beteiligen, einen besseren Fokus und trägt gleichzeitig zur Mobilisierung
der öffentlichen Unterstützung für SP und für
einseitig durchführbare Maßnahmen bei.
13.
"Die Industrieländer, d.h. entwickelten Länder sind aber doch
völlig verschieden von Entwicklungsländern. Wie können Sie
denn an alle appellieren?"
Während Globalisierung
durch Kapitalgesellschaften die Welt immer fester in den Griff bekommt,
beginnt sich ein global identifizierbares Muster abzuzeichnen, das für
die Menschen in entwickelten und in Entwicklungsländern zur gemeinsamen
Sache wird. Da nämlich in entwickelten Ländern Arbeitsplätze
verloren gehen und Löhne stark gedrückt werden, was zu sozialen
Härten führt, während die damit verbundene Verlegung von
Arbeitsplätzen in Entwicklungsländer allgemein zu Niedrigstlöhnen
und schlechtesten Bedingungen und oft zu einem signifikanten Preis für
die Umwelt erfolgt. Und selbst dann ist die Zahl der durch diese Verlegung
geschaffenen Arbeitsplätze relativ klein. Transnationale Kapitalgesellschaften
erzielen somit riesige Gewinne auf der Basis der enormen Lohndifferenz
zwischen entwickelten und Entwicklungsländern, ohne Arbeitnehmern
in Entwicklungsländern signifikante Vorteile und garantiert keinerlei
Vorteile für die Arbeitnehmer in entwickelten Ländern zu bieten.
Es ist diese Praxis des "destruktiven" Handels, die den gemeinsamen Grund
dafür bietet, dass SP die Menschen aller Nationen anspricht.
Weiterhin sind Umweltprobleme
(wie etwa die Erderwärmung) offensichtlich Probleme, die Nord und
Süd gleichermaßen betreffen und daher nur auf globaler Basis
in Angriff genommen werden können. SP bietet die notwendige Basis
der Zusammenarbeit zur Lösung solcher Probleme.
14.
"Wie soll die Palette von SPs politischen Maßnahmen formuliert werden?"
Die ursprünglichen maßnahmepolitischen
Vorschläge wurden in John Bunzls Buch Vorgeschlagene
SP-Maßnahmen steht auf dieser Website zur Verfügung. Sie
sind jedoch nur als Hinweis gedacht, denn es ist zu erwarten, dass die
Menschen, die SP annehmen, sich an der intern von unten nach oben erfolgenden
Formulierung SP-politischer Verfahren, die in Umrissen oben und ausführlicher
nachstehend beschrieben werden, beteiligen. Es wird auch angenommen, dass
ergänzende/aktualisierte Vorschläge durch NROs und andere offizielle
oder inspirierende Quellen - wie etwa:
"Alternatives to Economic
Globalization" by the International Forum on Globalization (Berrett-Koehler
Publishers, Kalifornien, 2002);
"The Age of Consent", George
Monbiot (Flamingo, London, 2003);
"Localization - A Global Manifesto",
Colin Hines (Earthscan, London, 2000)
ebenfalls SP-politische Inhalte
informieren und inspirieren werden.
In diesem frühen Stadium
der
SP-Kampagne werden derzeit die Möglichkeiten einer erfolgreichen Formulierung
politischer Maßnahmen entwickelt. Zur Zeit wird jedoch folgender
Prozess als ein Weg ins Auge gefasst, auf dem die Formulierung von SP-Maßnahmen
erfolgen könnte.
Aus praktischen Gründen
ist es wahrscheinlich, dass ISPO eine Reihe eminenter und global repräsentativer
Denker, Wirtschaftswissenschaftler, Ökologen und anderer Sachverständiger
einladen würde, ein Globales Maßnahmegremium zu bilden oder
möglicherweise ein geeignetes externes NRO-Gremium ernennen würde.
Das Globale Maßnahmegremium würde mit der Entwicklung einer
vorgeschlagenen Reihe von SP-Maßnahmen beauftragt, die dann den nationalen
Gremien der Vertreter der Politischen Zielsetzungen jeder Nationalen Simultanpolitik-Organisation
(NSPO) vorzulegen ist.
Es wird erwartet, dass die
maßnahmepolitischen Vorschläge des Globalen Maßnahmegremiums
über das Gremium der Vertreter der Politischen Zielsetzungen jeder
NSPO allen, die SP angenommen haben, zwecks Kommentar, Empfehlung und Feedback
vorgelegt würden. Jedes nationale Gremium der Vertreter der Politischen
Zielsetzungen wäre für die Beurteilung der wahrscheinlichen Auswirkung
der Vorschläge des Globalen Maßnahmegremiums auf sein Land verantwortlich.
Um eine solche Beurteilung vorzunehmen, würde jedes Gremium der Vertreter
der Politischen Zielsetzungen die Menschen, die SP angenommen haben, sowie
andere NROs, Beraterstäbe, Regierungsgremien und andere externe Gremien
ausführlich konsultieren. Auf der Basis ihrer Kommentare und anderer
Empfehlungen, würde jedes Gremium der Vertreter der Politischen Zielsetzungen
dem Globalen Maßnahmegremium antworten und die gewünschten Ausnahmen
oder Abänderungen an den ursprünglichen Vorschlägen des
Globalen Maßnahmegremiums auflisten. Es gehörte dann zum Verantwortungsbereich
dieses Gremiums, alle vorgeschlagenen Änderungen zwischen allen NSPOs
auszuhandeln, um eine endgültige Vereinbarung zu erzielen, die für
die Gremien der Vertreter der Politischen Zielsetzungen aller NSPOs und
die jeweiligen Menschen ihres Landes, die SP angenommen haben und denen
gegenüber sie rechenschaftspflichtig sind, akzeptable ist.
Es ist zu erwarten, dass dieses
Mehrwegverfahren aus maßnahmenpolitischen Vorschlägen, Feedback,
Verhandlungen und Verbesserungen im Verlauf der Annahmekampagne mehrmals
vor sich gehen. Auf diese Weise kann SP-Politik mit Hilfe der aktiven Mitwirkung
der Annehmenden entwickelt werden und gleichzeitig einen Nutzen aus der
Sachkenntnis und Erfahrung sachverständiger Entscheidungsträger,
NROs und sonstiger externer Gremien ziehen.
Erst wenn die Annahmekampagne
sich ihrem Abschluss nähert, würde eine letzte Verhandlungsrunde
organisiert, mit der Absicht die SP-Maßnahmen kurz vor ihrer Durchführung
endgültig festzulegen. An dieser Stelle - und angenommen, ein Übereinkommen
wird erreicht - wäre die Annahme von SP nicht länger vorläufig
sondern vorbehaltlos. Es muss jedoch betont werden, dass der vorstehende
maßnahmepolitische Formulierungsprozess in diesem Stadium ebenfalls
vorläufig ist.
15.
"Und wie um Himmels willen werden Sie jemals ein Land wie die USA dazu
bringen, SP anzunehmen? Die beiden dortigen großen Parteien werden
von den Interessen der Kapitalgesellschaften dirigiert, also wird doch
sicher keine der Beiden jemals SP annehmen?"
Die von ISPO verwendete Strategie,
um Annahme von SP seitens der großen politischen Parteien zu erreichen,
würde je nach Wahlsystem von Land zu Land variieren. In Mehrheitswahlsystemen,
wie sie beispielsweise in Großbritannien oder in den USA existieren,
funktioniert SP NICHT mittels Gründung einer weiteren politischen
Partei, sondern dadurch, dass die bestehenden politischen Parteien dazu
gebracht werden, miteinander zu konkurrieren.
Diese Konkurrenz wird noch
intensiver, weil die zunehmende Wahrscheinlichkeit besteht, dass immer
mehr Wahlen von einer relativ kleinen Anzahl Menschen entschieden werden.
Der Grund dafür ist, dass die "Befehle" des internationalen Konkurrenzkampfs
ALLE wichtigen politischen Parteien gezwungen haben, eine eingeengte, markt-
und kapitalgesellschaftsfreundliche Haltung einzunehmen. Daher sehen Wähler
in zunehmendem Umfang nur einen geringen oder gar keinen Unterschied zwischen
ihnen - weshalb die Unterstützung dieser Parteien relativ gleichmäßig
verteilt ist. Dies ist auch der Grund für die zunehmende Wählerapathie.
Hier also ein Beispiel, wie
SP in den USA angenommen werden könnte. Sie werden sich erinnern,
dass während der letzten Präsidentschaftswahlen in den USA im
Jahr 2000 das gesamte Ergebnis von nur 2000 Stimmen in Florida abhing.
Stellen Sie sich nun diese Situation bei einer zukünftigen Wahl vor
und nehmen wir an, dass zu jenem Zeitpunkt etwa 5000 Wähler in Florida
und eine ähnlich kritische Zahl in den anderen wesentlichen US-Staaten
SP angenommen hätten. Dann würde - etwa zwei Wochen vor der Wahl
- die US Simultaneous Policy Organisation (ISPO-USA) eine Pressemitteilung
veröffentlichen und verkünden, dass alle, die SP in den USA angenommen
haben, ihrem Annahmeversprechen entsprechend für DEN/DIE Kandidaten/Kandidatin
der Republikaner oder Demokraten wählen werden, der/die SP als Erste/r
annimmt.
Angenommen, es bestehe eine
ähnliche, auf Messers Schneide stehende Situation wie im Jahr 2000,
fragen Sie sich, was Sie als amtierender Präsidentschaftskandidat
einer der beiden großen Parteien unter diesen Umständen im Büro
des US-Präsidenten im Weißen Haus zu entscheiden hätten.
Nehmen Sie SP nicht an, doch Ihr Gegner tut es, haben Sie vielleicht gerade
die Präsidentschaft verloren. Andererseits würden Sie, wenn Sie
als Erste/r SP annahmen, nicht nur den SP-Stimmenblock für sich gewinnen,
Sie würden auch Nichts riskieren, weil die Durchführung von SP
nur dann vorangeht, wenn alle oder praktisch alle Nationen das Gleiche
tun.
Was würden Sie tun?
16.
"Aber was ist mit den so genannten "Ländern der dritten Welt", bei
deren Regierungen es sich entweder um eine Diktatur handelt oder die sehr
stark von ausländischen Kapitalgesellschaften oder Interessen beeinflusst
werden? Wie bekommen Sie diese Länder dazu, SP anzunehmen?"
Wie diese Frage schon andeutet,
werden die meisten dieser Länder infolge der Interessen ausländischer
Kapitalgesellschaften oder Regierungen im gleichen elenden Zustand gehalten.
Druck wäre daher am wirksamsten zuerst auf die reichen Länder
oder Kapitalgesellschaften auszuüben, die für das Weiterbestehen
dieser Situation verantwortlich sind. Wenn die Wähler in den reichen
Ländern mittels ihrer Annahme von SP ihre politischen Parteien und
Regierungen dazu bringen können, SP anzunehmen, werden die korrupten
Regierungen in Ländern der Dritten Welt, die von ihnen unterstützt
werden, gleichermaßen unter diesen Druck geraten. Können spezifische
Kapitalgesellschaften identifiziert werden, könnten die Menschen,
die in reicheren Ländern SP angenommen haben, den Verbraucherboykott
solcher Gesellschaften organisieren und darauf bestehen, dass der Boykott
so lange fortgesetzt wird, bis die betreffenden Gesellschaften ausreichend
Druck auf die betreffenden Regierungen ausgeübt habe n, SP anzunehmen.
Damit soll jedoch nicht der Druck unterschätzt werden, der auf diese
Regierungen durch die Menschen dieser Länder selbst ausgeübt
werden kann. Auch sie können sich mit denjenigen, die in den reicheren
Ländern SP angenommen haben, zusammentun, um all unsere Regierungen
dazu zu bringen, SP anzunehmen.
17.
"Ich kann schon sehen, wie SP zur Lösung einiger der dringendsten
wirtschaftlichen und umweltbezüglichen Probleme der Welt beitragen
würde, doch welche Wirkung hätte die Simultanpolitik auf den
Waffenhandel und die Kriegsdrohung?"
Der beste Weg zur Beantwortung
dieser Frage ist vielleicht die Entwicklung der Europäischen Union
(EU) als Beispiel. In den letzten Jahrhunderten bestand Europa aus unzähligen
Nationen, die mehr oder weniger dauernd Krieg miteinander führten.
Große Mengen an Waffen wurden in Europa während dieser Kriege
produziert und verbraucht und Millionen Menschen starben.
Doch als die Nationen Europas
allmählich lernten, auf wirtschaftlichem und in gewissem Umfang auch
politischen Gebiet miteinander zu kooperieren und sich jetzt in der EU
zusammengeschlossen haben, ist der Gedanke, dass sie jemals wieder gegeneinander
Krieg führen könnten praktisch undenkbar geworden. Obgleich daher
zwar noch immer große Mengen an Waffen in der EU produziert werden,
dienen sie jetzt nur noch dem "Verbrauch" außerhalb ihrer Grenzen.
Der Markt, den die EU selbst für die Verwendung/den Verbrauch solcher
Waffen darstellte, wurde damit abgeschafft, weil sie wandelte sich im Wesentlichen
zu einer kooperativen Gruppe von Nationen.
SP weitet diese Denkweise
auf globale Ebene aus, denn sie liefert eine Basis, auf der ALLE Nationen
zusammen globale Probleme durch simultane Regierungsmaßnahmen und
Steuern über nationale Grenzen hinweg lösen können, mit
entsprechender Umverteilung und Entschädigung untereinander. Dies
ist daher, wenn Sie so wollen, eine Form der Kooperation, die dem ähnlich
(wenn auch nicht identisch) ist, was in der EU geschah. Und wenn Kooperation
durch SP erweitert werden kann, so dass alle Nationen erfasst werden, wäre
die ganze Welt weitgehend kooperativ anstatt kompetitiv geworden. Und daher
wäre, wie dies bei Europa der Fall war, der globale Markt für
große Waffenmengen - d.h. für ihre Notwendigkeit - effektiv
abgeschafft worden.
Dies will nun nicht heißen,
dass alle Kriege aufhören würden. Ich denke jedoch, dass Sie
sehen können, wie die gesamte globale Atmosphäre durch SP bis
zu einem Punkt verändert würde, an dem die Chancen eines großen
Krieges äußerst gering geworden wären und wo außerdem
für alle Nationen ein starker Anreiz bestünde, dafür zu
sorgen, dass die Dinge so blieben. Das beste Gegenmittel für Krieg
ist Kooperation!
18.
"Wie steht es mit der Möglichkeit, dass ISPO von "denen da oben" unterwandert
oder kooptiert wird, was so oft bei Bewegungen vorkommen kann, die so aussehen,
als könnten sie deren Interessen ernstlich gefährden?"
Man könnte auf den Gedanken
kommen, dass ISPOs universale Einschließlichkeit eine Unterwanderung
durch subversive Quellen, die unser Ziel einer gerechteren und friedlicheren
Welt unterwandern wollen, auf sich ziehen könnte. Doch diese Einschließlichkeit
ist in der Tat ISPOs bester Schutz gegen diese Möglichkeit. Und zwar,
weil die ISPO ihre politische Macht lediglich durch einzelne Menschen,
die SP annehmen, erhält. Selbst wenn also ISPO durch böswillige
Menschen 'unterwandert' würde, hätten sie jeder nur EINE Stimme
und könnten daher nur wenig gegen die große Mehrheit der anderen,
die SP angenommen haben, ausrichten oder sie beeinflussen.
Natürlich kann es, wie
bei allen anderen Organisationen, niemals eine absolute Garantie geben,
dass ISPO nicht unterwandert, kooptiert oder nur einfach schlecht verwaltet
würde. Doch selbst wenn dies der Fall wäre, ist eine Sicherheit
eingebaut, die darin besteht, dass die Menschen, die SP angenommen haben,
ihre Annahme jederzeit einfach zurückziehen können, wenn sie
die ISPO-Führung nicht mögen oder mit den vorgeschlagenen politischen
Zielsetzungen oder aus anderen Gründen nicht mit SP oder ISPO einverstanden
sind. Sollte dies en masse, geschehen, würde dies zum Implodieren
der Organisation führen. Dies ist daher an sich schon eine gute Garantie,
die entweder ISPOs Kooptierung durch subversive Einzelne, die SP angenommen
haben, oder das Aufdrängen politischer Zielsetzungen oder Verfahren
verhindern würde, denen die Menschen, die SP angenommen haben, generell
nicht zustimmen.
19.
"Die Erwartung, dass alle Nationen SP annehmen, ist doch sicherlich nur
ein Wunschtraum. Ist der SP-Vorschlag daher wirklich realistisch?"
Nun, die Hauptfrage ist doch
sicherlich, ob unter den gegebenen Umständen einseitige Durchführung
mehr oder weniger realistisch ist als simultane Durchführung? Wie
realistisch ist es schließlich, zu erwarten, dass eine einzige Nation
oder eine beschränkte Gruppe von Nationen einseitig politische Zielsetzungen
durchführt, die wahrscheinlich als gegen ihre eigenen Interessen
stehend gelten und den sofortigen und potenziell katastrophalen Zorn
der globalen Finanzmärkte auf sich ziehen würde? Höchst
unwahrscheinlich, werden Sie sicher zugeben. Obgleich daher zwar das Erreichen
von SP zugegebenermaßen höchst ehrgeizig erscheinen mag, ist
es logischerweise schwer, sich einen anderen Weg vorzustellen, auf dem
solche politischen Zielsetzungen durchgeführt werden könnten.
Wenn man sich jedoch andererseits
vorstellt, dass ISPO mit Unterstützung der Global Justice-Bewegung
in der Lage gewesen wäre, die Annahme von SP durch die EU, die USA
und Japan zu erreichen, scheint die Aussicht, dass alle oder praktisch
alle anderen Länder nicht mehr aus der Reihe tanzen werden, nicht
mehr so unvorstellbar. Weiterhin könnte - während das wirtschaftliche,
soziale und umweltpolitische Dilemma der Welt sich im Verlauf der kommenden
Jahre verschlimmert, was bedauerlicherweise unvermeidlich zu sein scheint
- der Druck auf Politiker und Geschäftsleute, den SP-Ansatz zu unterstützen,
zunehmend wahrscheinlicher werden. Denn obwohl SP heute der globalen Elite
als gründlich unerwünscht erscheinen mag, könnte sie dann
als durchaus sehr wünschenswert zu erscheinen beginnen. Denn wenn
die Umstände schließlich so schlimm werden dass eine Fortsetzung
des Status Quo wahrscheinlich nur zum Desaster zu führen scheint,
mag es bis dahin für Politiker und Gesellschaftsint eressen undenkbar
geworden - und keine Option mehr - sein, nicht zu erwägen, bei der
Unterstützung der Durchführung von SP mitzuwirken. Zu jenem Zeitpunkt
läge es daher potenziell im besten Interesse praktisch aller, bei
der Durchführung von SP zu kooperieren.
20.
"Es gibt so viele lokale Initiativen, von Öko-Städten zu Bio-Bauernhöfen,
von LETS-Systemen bis zu kleinen genossenschaftlichen Geschäften -
und es gibt immer mehr, die dauernd damit einen Anfang machen. Und dazu
kommt: dies geschieht JETZT! Warum brauchen wir dann SP? Sind diese Lokalinitiativen
nicht der einzige Weg? Reichen sie nicht aus, Nachhaltigkeit in der Welt
zu erreichen?"
ISPO begrüßt und
unterstützt all diese Bemühungen und ist der Ansicht, dass sie
an sich absolut gültig sind und gefördert werden sollten. Vor
allem weisen sie den Weg zu einem nachhaltigen Lebensstil und einer nachhaltigen
Wirtschaft für die Zukunft. Wir glauben jedoch nicht, dass sie genug
sind. Zwar wenden sich viele Menschen diesen neuen Lebensstilen zu, doch
viele Milliarden tun es nicht. Und diese Milliarden werden wahrscheinlich
nach wie vor in den Bann des Konsumerismus geschlagen und höchst abhängig
von der globalen Wirtschaft bleiben. Auch ist nicht anzunehmen, dass kleine
Initiativen allmählich die bestehende globale Wirtschaft auf gute,
friedliche Weise ersetzen werden. Während die wirtschaftlichen, umweltbezogenen
und sozialen Beeinträchtigungen allmählich an Größe
und Intensität zunehmen, während die globale Wirtschaft auseinander
zu brechen beginnt, halten wir es nicht für unwahrscheinlich, dass
ziviler Ungehorsam und soziale Unruhen entstehen könnten. Und unter
diesen Umständen wären kleine Initiativen, die so liebevoll und
mühevoll über viele Jahre aufgebaut wurden, in Gefahr, überlaufen
und zerstört zu werden, wenn die Regale in den Supermärkten leer
werden und die Tankstellen trocken sind. Angesichts dieser Möglichkeit
unterstellen wir, dass es keinen Ersatz für eine ordnungsgemäße
Gesetzgebung und Regierungsform gibt. Weshalb daher nicht "Global, nicht
nur lokal handeln"? Machen Sie weiter mit Ihren lokalen Initiativen, was
immer sie auch sein mögen. Doch handeln Sie auch global, indem
sie SP annehmen!
21.
"Wie steht es mit der Macht der Verbraucher, den Verantwortlichkeitsinitiativen
der Kapitalgesellschaften und der 'Triple Bottom Line '? Sie sorgen doch
gewiss schon dafür, dass nicht-willige Kapitalgesellschaften nicht
aus der Reihe tanzen, oder?"
Auch hier wieder begrüßt
ISPO die Bemühungen, ein verantwortungsbewusstes Verhalten der Kapitalgesellschaften
zu erreichen. Man muss jedoch daran denken, dass diese Gesellschaften und
ihre Führung in einer stark wettbewerbsorientierten Umgebung handeln.
Jede Gesellschaft, die auf sozial verantwortliche und umweltbewusste Weise
handelt und damit höchst wahrscheinlich ihre Betriebskosten erhöht,
setzt sich der Gefahr aus, am Markt ihrer Konkurrenz gegenüber benachteiligt
zu sein, da diese solche Skrupel eventuell nicht besitzt. Kapitalgesellschaften
können es sich daher weitgehend nur leisten, so verantwortungsbewusst
zu sein, wie ihre Hauptkonkurrenten erlauben. Alle Initiativen, ihr gutes
Verhalten zu erreichen sind daher zu begrüßen - sie reichen
jedoch nicht aus. Auch hier wieder ist ISPO der Ansicht, dass es keinen
Ersatz für ordnungsgemäße adäquate Regulierung gibt.
Weshalb daher nicht eine Kapitalgesellschaft boykottieren, die es unterlässt,
verantwortungsbewusst z u handeln und SP anzunehmen?!
22.
"Da Aktivisten so stark auf ihre eigene Vision des Problems und ihre eigenen
Aktivitäten konzentriert sind - sei es soziale Gerechtigkeit, Rechte
der Arbeitnehmer, verschiedene Umweltaspekte, usw. - wie kann ISPO sie
dann dazu bewegen, SP zu prüfen und anzunehmen?"
Jeder ist heutzutage sehr
beschäftigt. Aktivisten jeder Art beginnen jedoch, sich darüber
klar zu werden, dass Politiker und Regierungen in zunehmendem Umfang den
Forderungen der transnationalen Kapitalgesellschaften, der Geldmärkte
und der Notwendigkeit, 'am globalen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben'
erliegen. Die konventionellen Formen, sie zu überzeugen - wie beispielsweise
Lobbying, Straßenproteste, Direktmaßnahmen, Medienerfassung,
usw. - sind daher im Wesentlichen unwirksam geworden, wenn die Ziele dieser
Aktionen - Politiker - heute nicht mehr in der Lage sind, darauf zu reagieren.
Weiterhin wird durch die Nachwirkungen der schrecklichen Ereignisse des
World Trade Centre die Toleranz der Öffentlichkeit und des Staates
Straßenprotesten gegenüber in der Tat immer geringer. Daher
vermittelt die Simultanpolitik Aktivisten jeder Schattierung eine zusätzliche,
ergänzende "Technik", mittels derer sie ihre Ziele auf völlig
neue, politisch effektive Weise verst ärken und unterstützen
und ihre bestehende Kampagnen mit Nachdruck verfolgen können.
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